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Verzeihung, bitte

           In fact we wanted very little - but it always seemed too much.

Aus. Vorbei. Zu Ende. Er packt seine Sachen, wie schon so oft. Er packt seine Sachen und würgt zu Jacques Brels Amsterdam halbgeweinte Tränen hinunter und ich stehe neben ihm, lächelnd, weil er mir leid tut. Weil ihm nie gelingen wird, was er so oft begonnen hat. Weil es ihm so schwer fällt, sich zu entlieben.

Und ich? Ich zögere, ehe ich ihm das Stichwort gebe, auf das er hoffnungsvoll, gierig, wartet: "Es tut mir leid".

4.3.07 21:28, kommentieren

späte Erkenntnis

            Nacht. Schlaflosigkeit wird kultiviert, offene Balkontür und Vorfrühlingskälte, frierend und eine Flasche schlechten Rotwein als Gesellschaft. Freund schläft nebenan, atmet unruhig, wird bald aufwachen vermutlich und seine zusammenhangslosen Fragen in die Dunkelheit murmeln, Lockruf dem man folgen kann und manchmal auch nicht. Man sieht sich sein Reich an, dieser fragile häusliche Idylle und weil man zu klar sieht, blickt man ausnahmsweise über die eigene Nasenspitze und schämt sich über das Theater, das man gelegentlich macht aus seinen winzigen Küchenbränden. Man kann sich glücklich schätzen, auch wenn einiges schief geht, gelegentlich. Auch wenn selten alles so läuft wie man will (aber für wen tut es das schon). Auch wen - halt, vergiss deine auch wenns. Im Grunde solltest du verdammt noch einmal dankbar sein, für das was du hast.

Und das bist du eigentlich auch.

6.3.07 01:23, kommentieren


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